EditorialLasst Schmetterlinge fliegen!

Schaut ganz genau hin: Die beiden mit der Rose sind noch zu haben!
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Wie Profis: Uwe und Marcia beim Shooting für unsere Titelgeschichte
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Social-Media-Redakteurin Maike Pelikan liebt das Blümchenkleid aus der Style-Challenge in Heft 3
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Für die Aqua-Beauty ging selbst der Fotograf baden
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Ihr Lieben,

ich hätte diese Frühlingsausgabe auch mit »Liebe Verliebte, liebe Geliebte, liebe Entliebte und ihr Lieben, die ihr immer auf der Suche seid« eröffnen können. Fest steht, die Liebe ist ein Dauer­thema, und der Frühling ist wie gemacht für das Projekt Partner­suche. Ich glaube ja, wenn an den wichtigen Schaltstellen unseres Zusammenseins nur Verliebte die Jobs machen würden, gäbe es keine Kriege mehr, Gewalt wäre ein Fremdwort, wir würden uns in den Armen liegen, und mein Bauantrag würde genehmigt. Ich sage nur: Verliebte an die Macht!

Schmetterlinge im Bauch können helfen, alles in einem ganz besonderen Licht zu betrachten. Sie sind seit Menschengedenken der Garant für ein aufregendes Leben. Deswegen haben wir uns in der neuen GUIDO etwas sehr Süßes ausgedacht. Fünf Leute ­stellen ihre besten Singlefreunde vor, die wir im Heft feiern (ab Seite 70) und die ihr im echten Leben kontaktieren könnt. Natürlich habe auch ich eine wunderbare Frau beigesteuert, frei nach dem Motto: Alles, was die Liebe braucht, ist erst einmal die Gelegenheit! Leicht war es nicht, nur diese eine auszuwählen, meine Wahl fiel auf Clara: Sie ist zauberhaft, gescheit, attraktiv und steht mit ihren schönen Beinen auch noch fest auf dem Boden. Als ich sie fragte: »Was sollte es für ein Mann sein, der dein Herz erobern könnte?«, da antwortete sie: »Es wäre schön, er hätte einen festen Wohnsitz, wäre kein Trinker und größer als 1,50 Meter.« Da wusste ich, wir finden einen. Also, ab 151 Zentimeter sind Sie dabei! Eine Maßanfertigung kann auch für schwierige Figuren realisiert werden, sollte es zum Äußersten kommen – der Hochzeit. Es muss schließlich auch gewisse Vorteile mit sich bringen, einen Designer im Freundeskreis zu haben.

Was uns der Frühling sonst noch bringt? Rosa! Mit Konfek­tionsgröße 46 hätte ich für unser schönes Coverfoto einen rosa Anzug getragen, wie in unserer Style-Challenge (ab Seite 20). Und hätte diese Farbe nicht mit so vielen Vorurteilen zu kämpfen, dann hätte der Konjunktiv keine Chance gehabt. Statt meiner haben vier ganz unterschiedliche Frauen ein Styling mit dem rosa Hosenanzug probiert, und es ist erstaunlich, was er mit den Trägerinnen gemacht hat. Zu glauben, Rosa wäre nur für die romantischen und ewigen Mädchen reserviert, ist genauso wenig zutreffend wie der Glaube, dass nur kleinere Größen sich an so einen Hosen­anzug wagen könnten. 

Und was kommt außerdem? Blumen. Die haben in unserer Modestrecke ihren ganz großen Auftritt (ab Seite 44). Wer schon immer mal so richtig übertreiben wollte, sollte jetzt zuschnappen. Mehr Blüten, Farben und Flower-­Power wird es in den kommenden Jahren kaum geben. Die buntesten Bouquets werden in diesem Frühjahr nicht von Floristen zusammengesteckt – nein –, jetzt sind wir Designer dran!

Am Wochenende war ich übrigens bei einer hübschen Veranstaltung. Eine etwas in die Jahre gekommene Dame hatte eine so große Menge künstlicher Blumen in ihrer Frisur verarbeitet, dass es ihr schwerfiel, den Kopf gerade zu halten. Ihren Wunsch, in ­meinem Magazin die Beautyrubrik zu übernehmen, musste ich ihr abschlagen. Aber einen Satz wollte sie allen Leserinnen schenken – Frau S., hier kommt er: »Bei einem Bewerbungsgespräch nie mehr als drei unterschiedliche Blumen ins Haar stecken!« So, jetzt ist es raus. Und passend zu diesem Tipp haben wir uns bei »Zwei Möglichkeiten« einmal mehr mit dem Thema »Was trage ich im Job?« beschäftigt (Seite 62). Wer vorn steht, wird gesehen, und wer einen guten Eindruck hinterlassen möchte, der tut gut daran, den richtigen Style zu finden. 

Egal wie bunt unser Leben ist, es kommt darauf an, dass es jemanden gibt, der uns zur Seite steht, wenn es eng wird. Wie in unserer Reportage (ab Seite 82). Die erzählt, wie ein Sohn mit ­seiner demenzkranken Mutter eine WG gründet. Durch Zufall entsteht ein gemeinsames Fotoprojekt mit der Mutter als Model. Seine Fotos sind voller Liebe und Zuneigung und schenken Hoffnung, weil sie ­zeigen, dass es selbst mit dieser grausamen Krankheit noch ­fröhliche Momente gibt.

»Unter vier Augen« habe ich mit Wibke gesprochen, eine feinfühlige Frau, die ganz offen von ihrem Burn-out erzählt (ab Seite 92). Ich bin mir sicher, es wird auch einigen von euch helfen, zu verstehen, dass so ein Burnout und jegliche Art von Störung ernst genommen werden müssen. 

Jetzt wünsche ich euch viel Vergnügen beim Lesen und noch mehr Schmetterlinge im Bauch. Denkt immer daran, ihr müsst nicht im Mittelpunkt stehen – ­sitzen geht ja auch. Herzlichst

Euer Guido Maria Kretschmer