EditorialViele Wege führen nach schön!

PROFI-CHECK Guido guckt sich an, welche Kandidatin bei der »Style-Challenge« die beste Kombi zur Culotte gewählt hat. Foto: Daniel Suhre
ZACK, ZACK  Modeassistentin Nicole Gebhardt weiß, wo man zuppeln muss, damit fürs Titelshooting alles sitzt. Foto: Privat


Ihr Lieben,

herzlich willkommen in unserer neuesten Ausgabe! Das erste Jahr liegt hinter uns und auch die tolle Party zum Jubiläum: Die GUIDO feierte ihren ersten Geburtstag – zusammen mit der lieben Barbara Schöneberger, deren Heft ja schon den vierten Geburtstag hatte – im ehrwürdigen KaDeWe in Berlin, ganz oben in der Delikatessen­abteilung. Herzlichen Dank noch mal an alle, die da waren! Zum Zehnjährigen machen wir dann ein Grillfest im Schloss Bellevue, oder wir fahren mit einem Sonderzug kreuz und quer durch die Republik, so wie Mette-Marit mit ihrem Bücherzug aus Norwegen, als sie Gast auf der Frankfurter Buchmesse war. An jedem Bahnhof könnten immer mehr GUIDO-Leserinnen und -Leser einsteigen, und zum Abschluss gäbe es dann Torte für alle. Herrlich!

Nun kommt eine Anekdote, die gut zur Titelgeschichte passt: Vor Kurzem hatte ich eine Kandidatin aus Bonn zu Gast in meiner Sendung. Auf die Frage: »Wie ­findest du dich in ­deinem Kleiderschrank zurecht?«, der bei ihr ein riesiges Ankleidezimmer war, hatte sie diese Antwort parat: »Wenn sich nicht immer ein ernst zu nehmender Teil meiner Garderobe in der Reinigung aufhalten würde, wäre es dort definitiv zu voll!« Ein witziger Gedanke, einfach die Reinigungen als Zwischenlager zu nutzen. Nur: Ab wann geht so ein eingelagertes Kleid wohl in den Besitz der Chemischen über?

Ich bin seit wenigen Wochen auch stolzer Besitzer eines Ankleidezimmers. Die gerechte Aufteilung der Schränke und Lagermöglichkeiten zwischen meinem Frank und mir lief reibungslos. Auch ein Designer kann sich bei Klamotten beherrschen, der Partner geht vor, Frank braucht mehr Platz. Nur: Was wird aussortiert? So ein voller Kleiderschrank nimmt uns ja mit auf eine Zeitreise durch das eigene Leben der vergangenen Jahre und Jahrzehnte, ein Tagebuch aus Textil sozusagen. Beim Aussortieren im Rahmen unseres Umzugs kamen die Geschichten und Erinnerungen an unser Gestern auf, an wunderschöne Abende, entspannte Ferien, schwierige Tage und immer wieder das Gefühl von: »Das kann auf ­keinen Fall in die Altkleidersammlung!« Sich zu trennen ist immer schwierig, egal ob es sich um eine Hose oder eine schlechte Angewohnheit handelt. Die Lösung lautete also, zu entscheiden: Was lässt sich mit vielem kombinieren, passt noch und könnte eine wunderbare Basis sein für Neues? 

Und damit sind wir mitten im Motto dieses Heftes: »Guidos großer Mode-Kompass«. Er soll euch Orientierung geben, was in einen Schrank gehört und was vielleicht weg kann! (Ab Seite 94 …) 

Neu rein sollten auf jeden Fall eure Lieblinge aus »L’amour toujours« (ab Seite 28). Sicher verorten alle die Location für unser Modeshooting in Paris. Weit gefehlt: Es ist Hamburg. Jetzt weiß ich gar nicht, ob ich das verraten durfte … na, egal! In unserer »Vorher/nachher«-Geschichte (ab Seite 46) hat sich eine junge Mutter viel getraut. Was der richtige Haarschnitt für neue Modeperspektiven schafft, ist so wunderbar gelungen, dass die versammelte Redaktion überlegt hat, sich einen Bob zu schneiden und den Moderedakteurinnen ihr Leben anzuvertrauen.

Die wissen Natürlich auch, dass der neue Modetrend »Nature« so zeitgemäß wie unerlässlich ist, wenn wir unseren Look im Einklang mit der Umwelt gestalten wollen. Die größte Herausforderung ist dabei, Farben langfristig und ohne viel Chemie zu fixieren. Dass Ökomode durchaus stylish sein kann, zeigt »Trendy im Dezember« ab Seite 56.

Und ab nach Hause: Jetzt beginnt wieder die Zeit der gemüt-lichen Abende in den eigenen vier Wänden! Deftig Veganes mit Wirsing, Fondue, dazu Kerzen und Kamin, so lauten die Zutaten für unsere gastliche Fotostrecke. Sie macht so Lust auf Winter – es wäre schön, wenn euch unsere Bilder inspirieren (ab Seite 116). Ich freue mich jedenfalls auf den ersten Dezember im neuen Haus. Selbst wenn Orte sich verändern, bleibt mit lieben Menschen an seiner Seite das gute Gefühl von Zuhause.

»Unter vier Augen« erzählte mir auch Katja Meier davon, wie Mann, Familie und Freunde ihr bei-standen, als sie zu einer Gefängnisstrafe verurteilt wurde. Für sie die wichtigste Erfahrung in dem wahren Krimi um die Sucht nach Spiel, Geld und Alkohol, die im Knast endete. Als ehemals grund­solide leitende Bankerin hatte sie sich in Börsenspekulationen verrannt und die Sparvermögen ihrer Kunden veruntreut, Wahnsinn … (Seite 88). 

Aber nun wünsche ich viel Vergnügen mit der neuen GUIDO, gerade auch denen, die öfter Gefahr laufen, falsch abzubiegen. Denkt immer daran: Nur starke Menschen bekommen schwere Wege. 

Euer Guido Maria Kretschmer